Sommerurlaub

Mein Sommerurlaub ist nun schon seit geraumer Zeit wieder vorbei und schon seit Wochen (ja, die Arbeitswelt hat mich schnell wieder eingeholt) wollte ich endlich mal wieder ein paar Bilder zeigen. Ach, ja und faul war ich auch. 😉

Lindau

Unschwer zu erkennen, war ein Reiseziel der Bodensee. Lindau und Friedrichshafen wurden angesteuert.

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Sternenpark Schwäbische Alb

Schon von langer Hand geplant  haben Ralf und ich uns abermals (nachdem das letzte Mal auf der Alb kläglich gescheitert war, danke liebes Wolkenkleid) auf Exkursion begeben. Mit dem Ziel auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz der Bundeswehr in Zainingen.

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Das Warten auf die Dunkelheit

Aufgebrochen sind wir in Richtung Münsingen, um einen Schlüssel, für den Besichtigungsturm Waldgreut, bei der dortigen Tourismus-Behörde abzuholen. Ralf hat das vorher alles telefonisch geregelt. Wir haben uns dazu entschlossen unser monetäres Pfand als Spende dann dort zu lassen.

Bei unserer weiteren Fahrt durch das Niemandsland (Münsingen -> Zainingen), kurz vor dem Ende der Erdscheibe, gab es noch einen fixen Kaffee vom Becker, da eine lange klare Nacht bevor stand.

Letztendlich haben wir uns, eine Stunde vor Sonnenuntergang, auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz eingefunden. Überall prangen dort Warnschilder, dass eine hohe Munitions- und Kampfmittelbelastung vorherrschen würde und dass man sich gefälligst auf den markierten Wegen aufhalten soll. Das haben wir auch gemacht, wir wollten ja auch schließlich nicht das Risiko eingehen, dass jemand auf ein verbuddeltes U-Boot tritt, oder eine Patrone ein hübsches Loch in eine unsere Kameras (oder das Gesicht) bohrt. Diese waren dafür nicht minder gefährlich, da ein Großteil der Strecke noch sehr stark vereist war – eine Rutschpartie sondergleichen.

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Ralf mit einer „Ex“

Auf dem 20 Meter hohen Turm angekommen ist die Sonne dann auch kurz vor Ihrem Untergang gestanden. Obgleich die Lichtfarbe zu diesem Zeitpunkt schön war, so war es der Sonnenuntergang mitnichten. Der Ausblick dort oben war auch ganz ansehnlich, jedoch aus meiner fotografischen Perspektive relativ uninteressant.

Als wir ein Weilchen auf das Schwinden des restlichen Tageslichtes warteten und uns die Dunkelheit herbeisehnten wurde es auch etwas zugig und frisch. Doch schon kurz nach Sonnenuntergang kamen wir unserem Ziel immer näher: Die ersten Sterne ließen sich blicken und ein lange gehegter Plan ging auf – den Nachthimmel mit möglichst vielen kleinen, weißen und unzähligen Punkten auf den Kamerasensor zu bannen:

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Aussichtsturm Waldgreut

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Schon mit bloßem Auge ist dort, im geplanten „Sternenpark Schwäbische Alb“ ein Vielfaches von dem zu erkennen was selbst im hießigen ländlichen Raum ersichtlich ist (von Stuttgart beispielsweise gänzlich abgesehen). Dort oben, so steht es zumindest in den Weiten des Internet, gibt es die geringste Lichtverschmutzung im gesamten süddeutschen Umkreis. Angesichts dessen, was hier auf dem Sensor gelandet ist, scheint das auch plausibel zu sein. Der Schönbuch, Merklingen und die Achalm sind bei weitem nicht so dunkel.
Zugute kam uns auch, dass bei unserem Ausflug Neumond war und ein weiterer Störfaktor abhanden war.

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Die Aussicht auf dem Turm war zwar gut, jedoch erwies sich das ganze Konstrukt als etwas wackelig, einerseits, da es schwer war im Gitterboden die Stative vernünftig zu platzieren und andererseits machten sich die Schwingungen des Turms selbst bei kleinsten Bewegungen darauf bemerkbar. Das ist besonders kritisch bei den notwendigerweise langen Belichtungszeiten (die sich zumeist zwischen 15 und 25 Sekunden befunden haben). Apropos Stativ, das Ding hat sich natürlich in dem Bodengitter dieses Turms blöderweise verhakt und hat (zurecht) jetzt ein paar Kratzer mehr – jedoch geht es nicht ohne das Teil, deswegen vertragen wir uns auch wieder besser und ich habe ihm zuletzt meinen alten Kameragurt vermacht, damit es sich bequemer tragen lässt. Angesichts der knapp 2,5 km Fußweg zum Turm eine sehr lohnenswerte Sache.IMG_9897 IMG_9902Wie unschwer anhand der hier gezeigten Bilder auszumachen ist, war die erhöhte Position nicht optimal um Sterne zu fotografieren, da sich entweder die Kanzel des Turms in den Weg gesellte und zweitens, da fast jedweder Größenmaßstab auf den Bildern fehlt, wenn keine Bäume oder gar der Turm selbst zu sehen sind. Erst als wir dann wieder herabgestiegen waren, war unser Staunen und die Begeisterung auf ihrem Höhepunkt.
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Leider ist im März die Milchstraße anscheinend nicht wirklich im hiesigen Sternenhimmel anzutreffen, deshalb werden wir wohl im Sommer wieder dorthin gehen.

Lustiges Suchspiel zum Ende: Wo ist der große Wagen zu sehen? 😉

Warum Blümchen die besseren Menschen sind…

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Blumen sind die besseren Menschen. Diese Behauptung mag bizarr klingen, ist allerdings ohne in Misanthropie abzugleiten (was mir ab und an von bösen Zungen unterstellt wird…), zu begründen:

Blumen (und auch Blüten, ich respektiere Biodiversität! 😉 ) machen keine Anstände, wenn man die Kamera auf sie richtet, wie so manche Person – und wirken dabei wie ein Reh, auf welches direkt das Licht der Autoscheinwerfer strahlt, wie angewurzelt gaffen sie in Habachtstellung und machen die Augen übernatürlich groß. Ein Foto scheint sich für manch so eine Person wie eine Exekution zu gestalten, angesichts der Angst, welche so ein Objektiv zu verbreiten scheint.

Abgesehen vom ängstlichen und verschreckten „Reh-Blick“ haben Menschen weitere Tücken: Sie können Blinzeln. Mag sein, dass das gut für die Aufrechterhaltung der Funktionstüchtigkeit der Augen ist. Vorallem wenn in diesen Millisekunden der Verschluss der Kamera auslöst. Manchmal habe ich das Gefühl, dass mein Auslöser direkt mit dieser, fotografisch partiell unsäglichen, Augenfunktion synchronisiert ist.

Mithin besteht ein weiter Vorteil von Blümchen und Konsorten, darin, dass sie nicht weglaufen können oder  sich keine Hände ins Gesicht klatschen. Fluchtreflexe hin oder her, sieht auf Fotos dämlich aus. („Ja, aber wenn jemand nicht fotografiert werden will und so…“ – Sieht allemal dööfer aus als der schlimmste Reh-Blick und ein schlichtes Bitten, dass man das nicht möchte reicht doch aus – Mittelfinger und Konsorten sind nicht so sehr die feine Art auf nervige Penetration mit einer Kamera zu reagieren.)

Blumen stellen keine Fragen – beispielsweise: „War’s das endlich?“ – „Oh Gott, noch eins?!“ und wollen auch nicht direkt sehen was das Ergebnis ist. Ergo sind Blumen sehr geduldige Lebewesen, die ebenso darauf warten zu Verwelken wie der Mensch. (Jaja, die Misanthropie… aber ältere Menschen sehen auf Fotos spannend aus. Gesichter vermögen mehr zu erzählen, als die fotografische Metapher einer welken Blüte…). Diese Geduld ermöglicht es, in aller Ruhe, eine schöne Komposition und damit verbunden Perspektive zu finden – sehr vorteilhaft für das fotografische Vergnügen.

Als ein weiterer Vorteil von Blumen sei genannt, dass sie nicht die Neigung sich in halsbrecherische Posen zu werfen oder seltsam in die Knie gehen, ihr eigentlich nicht vorhandenes Doppelkinn gen Kamera drücken und dann behaupten, die Kamera (oder schlimmer, die fotografierende Person) sei daran schuld.

Ebenfalls erfreulich ist, dass ich noch nie eine Blume habe sagen hören, dass sie sich auf Fotos nicht gerne mag oder nicht in der „Stimmung“ für eine Aufnahme sei. Blumen, ob blühend oder welk, lassen sich in ihrer Seinsart unverblümt (höhö 🙂 ) darstellen und sind nicht darauf bedacht, immer im besten „Licht“ darzustehen, für das Licht und die Darstellung ist die fotografierende Person in der Verantwortung… 😉

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Blumen sind meistens sehr positiv konnotiert – Rosen als Symbol für die Liebe, oder auch ein Blumenstrauß als Dankeschön. Abgesehen von Blumenkränzen auf Beerdigungen, erscheint es als ob Blumen fast allen Menschen gefallen… bei Menschen ist das nicht immer der Fall. Man stelle sich ein tolles Porträt von einem Menschen vor, den man ganz und gar nicht mag – vielleicht mag die ein oder andere Person eingestehen, dass es sich um ein „gutes Foto“ handelt, jedoch wird sich das Bild des Menschen, welcher abgebildet ist, nicht so schnell ändern und eine positive Sichtweise entstehen.

Meines Erachtens ist es die Aufgabe von Fotografien Emotionen zu transportieren, egal welche dies auch sein mögen und ob es sich um eine „gelungene“ Umsetzung handelt (auch, wenn diese natürlich immer zu begrüßen ist) – darin besteht der große Vorteil von Menschen: Sie sind sehr vielfältige Lebewesen mit Emotionen, welche sie auch transportieren zu vermögen – egal ob vor der Kamera oder beim betrachten eines Bildes. Sinnbildlich stinkt die am schönsten duftendste und farbenfroheste Blume gegen Menschen ab und wird diesbezüglich fix zu Kompost – oder hat jemand schoneinmal erfahren, dass sich eine Blume ihre Emotionen über ein Bild ausgedrückt hat? Auch wenn sie geeignete Motive sind, welche durchaus ihren Reiz ausstrahlen können sie (auch, wenn sie die besseren Menschen sind) niemals ein so vielfältiges und spannendes Motiv sein, wie es ein jeder Mensch zu sein vermag. (Vergebt mir so viel Pathos, bitte… oh weia.)

Ach und durch die Blume gesagt, alle Personen, welche sich in ihrem Verhalten hier wiedererkennen und potentiell angegriffen fühlen, denkt daran: Blümchen würden so etwas niemals tun und sind demnach, dann wohl doch die besseren Menschen. 😉