Also schrieb Zarastusstra – oder wie man mit dem Hammer fotografiert.

O ihr Stoiker! Der Wert der Handlung des Fotografierens an sich, sei vom Imperativ der intrinsischen Motivation geleitet. Die rückwirkende Kraft, welche ich im engeren Sinne als die „Wahre“ bezeichne ist aus umgekehrter Perspektive sicherlich lagen Kämpfen und Schwankungen unterlegen. Freilich: Ein verhängnisvoller und neuer Aberglaube, eine gar fragwürdige Eigentümlichkeit ergibt sich als Herkunft einer Handlung, in der Gruppe der Fotoschreiberlinge im Netze. Herkunft und Vorgeschichte, welche sich meinem Urteil entziehen, zieht sich bis in die neueste Zeit auf Erden. Gelobt, getadelt, gerichtet, auch ist bereits darüber philosophiert worden. Doch welche Notwendigkeit ist angelangt so exzessiv die Handlung dem Gelde zu unterwerfen?

Dies Problem vom Werte des Bildes, die schändliche moderne Verweichlichung zugunsten des Kapitals, scheint nicht nur etwas Einzelnes zu sein – kein Fragezeichen für sich; wer jedoch hier hängen bleibe, hier seiner Begeisterung verliert, dem wird es gehen, wie es vielen anderen ergangen ist. Ein ungeheuerlicher Schrecken sich gar über die Profession legt – diese „unwahre“ Periode des Prozesses, kann einen jeden befangen. Ist dies geschehen, so soll sich selbst ein jeder der gewachsenen Kritik der fotografischen Werte stellen. Dazu tut eine genaue Kenntnis der Bedingungen und Umstände not! Dieses Symptom, gar die Folge, der Selbstaufgabe des Geldes wegen, die Aufgabe des wahren Werte, der tiefsten intrinsischen Motivation, die Liebe zur Tätigkeit des Fotografierens, läuft Gefahr, auf Kosten ihrer selbst, sich zu beerdigen.

Das Arbeiten im Aufrage, dies Gift, gar Narkotikum, versperre den Wege zur Kreativität, mag man meinen. Wenn im Gelde eben dies Rückgangssymptom läge, insgleichen eine Gefahr, welche sich insgeheim auf Kosten der Freude breitmacht, worin mag dann noch ein Sinne zu finden sein?

Die Grammatik der Fotografie, so wird gesagt, sei eine eigene, doch Herrschaft und Führung der Idole, in den wirren Weiten des Internet, begünstigt durch die Kraft des Marktes, so scheint mir, verdirbt sich im letzten Grunde die glückselige Empfindung. Warum?
Die Begründung der Motivationspsychologie sei gar simpel, extrinsische Reize, vermögen die intrinsische Motivation zu untergraben. Doch! gar mancher lässt sich in den Fängen der Vermarktung nieder, „gemäß des Markes“ wollt ihr knipsen? Oh ihr edlen Stoiker, welche Selbstbetrügerei sich hier ergebe.

Denkt euch einen Menschen mit Kamera und Spaß, seinesgleichen unbeeindruckt, nicht vom anders-sein-wollen, verhaftet. Aber eurer Imperativ des Geldes, als gemäß der Bloggerszene wünschenswert, zwingt ihr euch der unbeherrschbaren ewigen Verherrlichung und Verallgemeinerung eurer „Liebe“ zur Tätigkeit, doch lediglich zur Gefolgschaft des Geldes hin! So lasst euch nicht diesem tyrannischen Trieb hernieder zwingen, sondern erhebt euch zum „Willen zum Intrinsischen“. Die Bauernfänger „kauf dies kauf das“ erweitern ihr Programm, nicht ihrem Freiheits-Bewusstsein verdankt, um so manch einen Workshop „mache dich selbstständig“, oder gar „werde erfolgreicher Fotograf“.

Doch warum sollte jemand genau so etwas tun? Vermag einer zu denken, er regne Gelde als Fotograf? Warum sollten Menschen, welche angeblich damit ihr Geld verdienen, sich selbst des Marktes überdrüssig machen? Einen schmächtigen Fußtritt von der Verantwortlichkeit entfernt schwelgt mir gar mancher Bericht. Das stolze Wissen um die außerordentlich schwierige Situation wird, durch „tu was du liebst“ ersetzt, mit dem Imperativ zum Gelde. Doch ich frage, wie soll man sich selber tragen, wenn man gar zweifellos sich den Spaß verderbe? Oh, Naivität du falsches Organ!, nur schwer sei es sich dem bleiernen Mißbehagen zu widersetzen, wenn es überall gar lautet: Sei erfolgreich! Sei du selbst! Alle diese Einflüsse vom Werte des Geldes stellen ihre Forderungen und wenden sich nach innen, statt sich nach außen zu entladen. Dies kann nicht der Wille zum Fotografieren sein!

Es gehe darum, in aller Sittlichkeit, einen geeigneten Umgang zu finden, statt den Mangel an Bestätigung, wie ein krankhaftes Tier, zu suchen.  Leiden und das Ungenügende in der Tätigkeit selbst, lässt sich nicht durch Externalisierung bewältigen, wenn man dadurch wie ein Spielball des Markts des „Ohne-Eigen-Sinns“ den Willen selbst nicht zu retten vermag.

Ich hoffe diese an F. Nietzsche angelehnte und wirr erscheinende Kritik an den Marketingstrukturen der Fotoszene im Netz ist erkennbar. Mich stört seit geraumer Zeit so manches, was mir in der Internetfotoszene über den Bildschirm läuft (sei es nun im deutschsprachigen oder internationalen Raum). Es greift sehr krass um sich, dass überall postuliert wird, man solle sich doch gefälligst selbstständig machen und das tun, was man liebt und so weiter und so fort, jedoch, dass viele Personen, eben genau dann den Spaß an der grandiosen Tätigkeit des Fotografierens, verlieren, wird so gut wie gar nicht kritisch diskutiert. 
Selten findet sich mal ein Bericht, dass jemand sein/ihr Handwerk niederlegt und sich aus dem professionellen FotografenInnendasein zurückzieht, beispielsweise aus gründen mangelnder kreativer Freiheit.
Diese Doppelmoral, welche ich als sehr kritisch ansehe, findet sich gerade wirklich fast überall. Einerseits kriegen die MacherInnen solcher Workshops, Videos und Blogs sehr viel Aufmerksamkeit und sich durchaus auch sehr fähige Personen, ja, das mag sein, jedoch warum wird dann das Fotografieren per se als Haupteinnahmequelle praktiziert, sondern sich der eigene Markt durch (eigens)geschulte Amateure/Enthusiasten unterminiert?
So viel Geld kann ja in dem Business wohl nicht mehr zu holen sein - und auch das wird viel diskutiert, dass gerade die ganzen Hobbyknipser den Markt kaputt machen würden, dann hingegen verkauft man ihnen die Methodik, um eben dies zu tun, selbst. 
Klare Folge, oder? Sehr vieles erscheint mir da gerade Lug und Trug zu sein. (Und ja, mir ist die Einseitigkeit meiner Darstellung bewusst).
Deshalb werde ich wohl in Zukunft öfters meinem Unmut im Schreibstil anderer Personen, der mir imponiert hat, oder wie auch immer, hier vom Stapel lassen. Mal sehen wen es als Nächstes trifft... :)